Vitiligo bei Kindern
Vitiligo bei Kindern
Vitiligo bei Kindern
Sie werden uns wahrscheinlich zustimmen, dass jeder Elternteil nur das Beste für sein Kind möchte. Wenn Ärzte bei einem Kind die Diagnose einer „unheilbaren“ Erkrankung stellen, sind es vor allem die Eltern, die diese Information verarbeiten müssen. Sie suchen nach jedem möglichen Weg, um ihrem Kind zu helfen und seine Situation so gut wie möglich zu verbessern.
Bei der Diagnose Vitiligo ist es nicht anders. Für viele Eltern ist Vitiligo zunächst ein Schock, gefolgt von Sorgen darüber, wie ihr Kind im Alltag mit dieser Erkrankung zurechtkommen wird. Wenn Sie diese Zeilen lesen, suchen Sie wahrscheinlich gerade nach Antworten auf viele Fragen, die Ihnen im Kopf herumgehen.
Sie fragen sich vielleicht, ob es überhaupt möglich ist, Vitiligo bei einem Kind erfolgreich zu behandeln. Wie verläuft die Therapie und wie hoch sind die Chancen auf eine Repigmentierung?
In diesem Artikel haben wir die wichtigsten Informationen zur Behandlung von Vitiligo bei Kindern übersichtlich zusammengefasst.
Zur Erinnerung: In unserem Blog „Was ist Vitiligo?“ können Sie nachlesen, was Vitiligo genau ist.
Kurz gesagt ist Vitiligo eine Autoimmunerkrankung, die mit einem Verlust der Hautpigmentierung einhergeht. Sie betrifft etwa 1–2 % der Bevölkerung. In 30–40 % der Fälle liegt eine familiäre Häufung vor. Jungen und Mädchen sind gleichermaßen betroffen. Am häufigsten tritt Vitiligo im Alter zwischen 10 und 30 Jahren auf.
Vitiligo entsteht durch den Verlust von Melanozyten – pigmentbildenden Hautzellen, die Melanin produzieren und damit für die natürliche Hautfarbe verantwortlich sind. In den meisten Fällen liegt dem ein autoimmuner Prozess zugrunde.
Wichtig: Vitiligo ist nicht ansteckend. Ein Kind kann sich also nicht bei einer anderen Person „anstecken“.
Wie sich Vitiligo entwickelt, lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Manchmal breiten sich die Flecken rasch aus, in anderen Fällen bleibt die Erkrankung über längere Zeit stabil und unverändert.
Außerdem ist bekannt, dass das Risiko für Vitiligo bei Kindern erhöht sein kann, wenn zusätzliche Autoimmunerkrankungen vorliegen – zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen (beim Kind selbst oder in der Familie), Diabetes oder Alopezie (autoimmun bedingter Haarausfall). Weitere Informationen über den Zusammenhang zwischen Vitiligo und anderen Autoimmunerkrankungen finden Sie in unserem Artikel „Was ist Vitiligo?“.
Diagnose von Vitiligo
Vitiligo wird von einem Hautarzt diagnostiziert, der die weißen Hautflecken untersucht. Bei Kindern mit sehr heller oder empfindlicher Haut kann zusätzlich eine sogenannte Wood-Lampe eingesetzt werden. Dabei werden die betroffenen Hautbereiche unter ultraviolettem Licht in einem abgedunkelten Raum sichtbar gemacht, auch wenn sie mit bloßem Auge noch kaum erkennbar sind.
Der Arzt erhebt außerdem eine ausführliche persönliche und familiäre Anamnese. Dabei wird besonders auf Autoimmunerkrankungen, frühere Hautschädigungen wie Sonnenbrand sowie auf die emotionale Situation des Kindes geachtet.
Zusätzlich können Untersuchungen empfohlen werden, um mögliche Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes auszuschließen. In seltenen Fällen kann auch eine Hautbiopsie veranlasst werden, um das Vorhandensein von Melanozyten zu prüfen. Fehlen diese, kann die Diagnose Vitiligo bestätigt werden.
Manchmal wird außerdem eine Untersuchung zum Ausschluss sogenannter fokaler Infektionen empfohlen, meist in Form einer zahnärztlichen oder HNO-ärztlichen Abklärung.
Ermutigende Nachricht für Eltern: Kinder sprechen auf eine frühzeitige und konsequente Behandlung von Vitiligo oft besonders gut an. In vielen Fällen kann die Repigmentierung schneller einsetzen als bei Erwachsenen – deshalb lohnt es sich, geduldig zu bleiben und die Therapie nicht vorschnell aufzugeben.
Manchmal verwechseln Eltern Vitiligo mit anderen Hautveränderungen, die ähnlich aussehen können. Mehr über ähnliche Pigmentstörungen, die Vitiligo ähneln können, erfahren Sie in unserem Artikel „Nicht jeder weiße Fleck ist Vitiligo“.
Unsere Empfehlung für die Behandlung von Vitiligo bei Kindern:
1) UVB-Lichttherapie (Frühling, Herbst, Winter)
Sie zählt zu den effektivsten Methoden, um eine Repigmentierung zu unterstützen. Dabei wird UVB-Strahlung mit einer Wellenlänge von 311 Nanometern eingesetzt, häufig in Kombination mit Vitistop Gel, das die Wirkung der Therapie unterstützen kann.
Sie können sich für eine Heimtherapie entscheiden und eine Dermalight 80 UVB-Handlampe bei uns erwerben oder eine dermatologische Einrichtung aufsuchen und die Bestrahlung dort regelmäßig durchführen lassen.
Mehr über die UVB-Lichttherapie erfahren Sie in unserem Blog „Phototherapie – Lichttherapie“.
2) Verschreibungspflichtige Immunmodulatoren – Anwendung gemäß ärztlicher Empfehlung, häufig morgens und abends.
3) Vitistop Gel – ein speziell entwickeltes Gel zur unterstützenden Pflege depigmentierter Haut. Geeignet in Kombination mit UVB-Lichttherapie oder gezielter Sonnenexposition. In unserem E-Book „Die Hausbehandlung“ haben wir die Anwendung dieses Gels ausführlicher beschrieben.
Kinder von 3 bis 11 Jahren: Vitix Tabletten – enthalten den patentierten pflanzlichen Wirkstoff EXTRAMEL® in Kombination mit Vitaminen (C, E, B9, B12) und Mineralstoffen (Selen, Kupfer, Zink). Vitamin C, Vitamin E, Kupfer, Selen und Zink tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Für Kinder ab 12 Jahren: empfehlen wir Vitistop Tabletten, da diese umfangreicher zusammengesetzt sind als Vitix Tabletten. Sie enthalten den patentierten pflanzlichen Wirkstoff EXTRAMEL® in Kombination mit Vitaminen (C, D3, E, B1, B5, B9, B12) und Mineralstoffen (Selen, Kupfer, Zink). Vitamin C, Vitamin E, Kupfer, Selen und Zink tragen zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.
5) Vitamine und Mineralstoffe – insbesondere Vitamin D3, da bei vielen Menschen ein Mangel infolge geringer Sonneneinstrahlung vorliegt.
6) Kosmetische Camouflage – zur Abdeckung depigmentierter Hautstellen. Bei Kindern empfehlen wir jedoch häufig, Vitiligo zunächst nicht unnötig in den Mittelpunkt zu rücken und sie psychologisch nicht zu stark zu thematisieren. Ein Kind sollte spüren, dass es bedingungslos geliebt wird – unabhängig von seiner Haut. Natürlich gibt es Produkte, die eingesetzt werden können, wenn das Kind selbst beispielsweise eine kosmetische Abdeckung im Gesicht wünscht.
7) Naturkosmetik – die Wirkung rein natürlicher Kosmetik auf Vitiligo ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Dennoch empfehlen wir grundsätzlich, möglichst wenige reizende oder unnötige chemische Stoffe auf die Haut aufzutragen.
Wenn Sie sich für eine der oben genannten Behandlungen entscheiden, besprechen Sie diese bitte immer zuerst mit Ihrem Hautarzt.
Vorsorge
Ebenso wichtig ist es, die Haut vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen, insbesondere die depigmentierten Hautareale. Dermatologen empfehlen Vitiligo-Patienten in der Regel die Verwendung eines Sonnenschutzes mit LSF 50, da die Haut an den weißen Stellen deutlich empfindlicher ist und leichter Sonnenbrand entwickeln kann.
Tipps, wie Sie Ihr Kind auf das Leben mit Vitiligo vorbereiten können
Auch wenn Sie als Eltern manchmal das Gefühl haben, mit der Vitiligo Ihres Kindes nur schwer zurechtzukommen, sollten Sie die Hoffnung nicht verlieren. Viele Kinder lernen erstaunlich schnell, mit dieser sichtbaren Veränderung umzugehen. Oft fällt es ihnen sogar leichter als den Eltern. Deshalb liegt es auch an uns Erwachsenen, wie wir die Erkrankung annehmen und unser Kind dabei begleiten.
Denken Sie außerdem daran, dass der medizinische Fortschritt stetig voranschreitet. Geben Sie die Behandlung daher nicht auf. Die Ergebnisse einiger unserer jüngsten Patienten zeigen, dass sich der Hautzustand im Laufe der Zeit deutlich verbessern kann.
Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren. Wir helfen Ihnen gerne weiter.
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